Logo CASTFORWARD


Förderentscheidungen in Süd und Nord

Die Förderungen von heute in Süd und Nord sind die bezahlten Jobs von morgen: 5,4 Millionen für 33 Projekte von Pan Tau (Foto der Orignalversion mit Otto Simanek: Das Erste) bis zur Rettung Europas. Föderentscheidungen von FFF (Bayern) und Filmförderung Schleswig-Holstein

Der Vergabeausschuss des FFF Bayern hat am 25. April 2018 getagt und entschieden, von den eingereichten 63 Projekten 33 in einer Gesamthöhe von 5,4 Mio. Euro zu unterstützen. Die Höchstsumme von 800.000 Euro geht an die Neuverfilmung der legendären TV-Serie Pan Tau (Foto der Urversion mit Otto Simanek: Das Erste), die Regisseurin Franziska Meyer Price inszenieren wird.

Produktionsförderung Kinofilm
2,8 Mio. Euro gehen an die Produktion von zehn Kinofilmen. Darunter 650.000 Euro an die Verfilmung von Rita Falks Roman Hannes. Die Produktionsfirma Lailaps Pictures wird das Projekt überwiegend in Bayern drehen; Regie führt Hans Steinbichler nach einem Drehbuch von Dominikus Steinbichler. Die Geschichte handelt von zwei 19-jährigen Freunden, die eine Weltreise planen, aber schon bei einer Spritztour einen furchtbaren Unfall erleiden. Einer der beiden fällt ins Koma, während der andere an seiner Seite wacht, das Leben für ihn weitergestaltet und gleichzeitig lernen muss, auch für sich selbst Verantwortung zu tragen.

Einen historischen Stoff mit 400.000 Euro FFF Förderung verfilmt die Produktionsfirma Lieblingsfilm: In Das Glaszimmer inszeniert Christian Lerch die Erinnerungen von Josef Einwanger, mit dem er auch gemeinsam das Drehbuch verfasst hat. Die Handlung spielt kurz vor Kriegsende 1945 und erzählt von Mutter und Sohn, die aus einem liberalen Musikerhaushalt in München in ein nationalsozialistisches Dorf in Niederbayern flüchten. Während die Mutter Probleme hat, sich dem faschistischen Umfeld anzupassen, möchte der Sohn unbedingt dazugehören. Verschiedene Kriegsereignisse bringen die Situation ins Wanken und verändern alles.

In der Zeit der Deutschen Teilung spielt Zwischen uns die Mauer von Norbert Lechner. Mit 400.000 Euro FFF Förderung produziert die Kevin Lee Filmgesellschaft das Drama nach dem gleichnamigen Roman von Susanne Fülscher. Im Jahr 1984 lernt eine 16-jährige West-Berlinerin in Ost-Berlin einen jungen Mann kennen und verliebt sich in ihn. Aber nicht nur die Mauer steht zwischen ihnen, sondern auch ihre Eltern und die Pläne des Jungen, die er vor ihr verheimlicht.

Die Firma Rat Pack Filmproduktion verfilmt mit 300.000 Euro FFF Förderung eine Jugendbuchreihe von Wolfgang Hohlbein: Die Wolf-Gäng, inszeniert von Tim Trageser nach einem Drehbuch von Marc Hillefeld. Es geht um drei magische Verlierer: einen Vampir, der kein Blut sehen kann, eine Fee, die Angst vorm Fliegen hat und um einen Werwolf, der gegen Tierhaare allergisch ist. Ausgerechnet sie sind dazu bestimmt, die Welt vor einer furchtbaren Macht zu retten.

Dustin Loose, Preisträger des Studenten-Oscars in Silber, inszeniert mit 200.000 Euro FFF Förderung ein Roadmovie nach eigenem Drehbuch: Bosporus Brüder, realisiert von der Produktionsfirma Amalia Film. Er erzählt von zwei grundverschiedenen jungen Männern, die verbunden sind durch den Verlust eines geliebten Menschen. Um die Trauer zu bewältigen, rekonstruieren sie die letzte Reise des Verstorbenen und gehen gemeinsam, von München über Wien, Budapest und den Balkan bis nach Istanbul.
 

Produktionsförderung Fernsehfilm
Vier Produktionen entstehen mit insgesamt 1,55 Mio. Euro FFF Förderung für das Fernsehen, davon 800.000 Euro für die Neuverfilmung der legendären Serie Pan Tau. Die Firma Caligari Film- und Fernsehproduktion wird mit WDR und MDR 14 Folgen à 24 Minuten realisieren, Regie führt Franziska Meyer Price nach einem Drehbuch von Stefani Straka und Mark Slater. Wie in der tschechischen Originalserie aus dem Jahr 1970 ist Pan Tau stumm und trägt einen eleganten Anzug mit magischer Melone und verschafft verschiedenen Familien turbulente, komische und phantastische Erlebnisse; die Erzählung wird aber in die heutige Zeit übersetzt und auch mit modernen Visual Effects gestaltet.

Für ProSiebenSat.1 entsteht mit 350.000 Euro FFF Förderung eine Action-Komödie der Produktionsfirma tnf telenormfilm. Peter Gersina wird das Sequel des Fernsehfilms Zwei Familien auf der Palme nach einem Drehbuch von Sönke Andresen inszenieren: In Schwiegereltern im Busch reisen die zwei zerstrittenen Paare von Zangenheim und Kowalski nach Südafrika zur Hochzeit ihrer Kinder. Als ihre Maschine notlanden muss, stranden sie irgendwo im südafrikanischen Busch.

Mit 50.000 Euro FFF Förderung produziert die Firma Eikon Süd für rbb/ arte einen Dokumentarfilm über eine legale Droge: Der Zaubertrank – Alkohol fragt nach den Ursachen für die Akzeptanz der Volksdroge und dem Big Business dahinter, obwohl es jährlich weltweit 3,3 Millionen Tote gibt. Regie führt Andreas Pichler.


Produktionsförderung Webserie
Zwei Webserien fördert der FFF Bayern mit insgesamt 98.000 Euro: Die Coming-of-Age-Geschichte Stichtag von Südhang Films, die in 10x10 Minuten Jugendliche eines Münchner Randbezirks und ihren Umgang mit dem Thema Entjungferung zeigt sowie die Fortsetzung des Serien-Piloten Lord & Schlumpfi, in der die beiden Amateurmusiker versuchen, über eine Castingshow einen Auftritt bei einem berühmten Open Air-Festival zu bekommen.


Produktionsförderung Nachwuchsfilm
225.000 Euro gehen an drei Nachwuchsprojekte. Darunter 150.000 Euro an den Debütfilm von Uisenma Borchu, die in Schwarzemilch Regie nach eigenem Drehbuch führen und gemeinsam mit Sven Zellner das Projekt auch produzieren wird. Das Drama erzählt von zwei Schwestern, die einander nach Jahren der Trennung wiederbegegnen. Aber während die eine in Westeuropa sozialisiert wurde, hat die andere die Wüste Gobi nie verlassen. Und so mischen sich in den Kampf um Liebe und Anerkennung unterschiedliche Sichtweisen von Emanzipation und Tradition.


Projektentwicklungsförderung
Mit insgesamt 100.000 Euro FFF Förderung entwickeln drei Produktionsfirmen ihre Projekte. Darunter die Firma Südkino Filmproduktion, die im Dokumentarfilm Poison! die Moderatorin, Köchin und Umweltaktivistin Sarah Wiener dabei begleitet, wie sie der Kernfrage des Films - wieso Neonicotinoide nicht längst verboten sind, obwohl ihre negativen Auswirkungen für Mensch und Natur bekannt sind - nachgeht.
Drehbuch- und Treatmentförderung
Ein Drehbuch fördert der FFF Bayern mit 35.000 Euro und ein Treatment mit 10.000 Euro. Und wer rettet Europa? lautet der Titel des Drehbuchs von Christian Lyra und Sebastian Wehlings, die für die Produktionsfirma Roxy Film die Komödie über die erste griechische Gaststätte in Karlsruhe namens Europa schreiben. In Jenseits von Schuld behandeln Katrin Nemec und Katharina Köster ein Tabu: Wie schaffen es Familienangehörige von Gewalttätern, die Situation zu bewältigen?
Verleihförderung

Neun Filme werden mit insgesamt 580.000 Euro im Kino starten, darunter Sauerkrautkoma, 25 km/h, The Happy Prince, Euphoria und Sympathisanten

 

 

Das Gremium 2 der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein hat in seiner neuesten Sitzung mehr als 400.000 Euro an 16 Projekte vergeben. Die Filme handeln von Lübecker Tourette-Zentren, italienischen Hotelburgen und Istanbuler Liebesdramen.

Die türkisch-deutsche Koproduktion When I'm Done Dying der Regisseurin Nisan Dag (100.000 Euro, Red Balloon, Hamburg) ist eine moderne "Romeo und Julia"-Erzählung – mitten in den Slums von Istanbul. Das Drama über den Hip-Hopper Fehmi und die wohlhabende Devin wurde bereits durch den Deutsch-Türkischen Co-Production Development Fonds gefördert. Die animierten Sequenzen im Film übernimmt die Hamburger Firma Studio Rakete.

Im Dokumentarfilm Reise in die Frei-Tic-Zone (60.000 Euro, Thomas Oswald, Hamburg) begeben sich drei Tourette-Betroffene auf die Suche nach einem Ort, an dem sie ihre Tics ohne Sanktionierung ausleben können. Auf ihrer Reise stoppen sie in verschiedenen Forschungszentren – unter anderem in Lübeck – um mehr über ihre Krankheit zu erfahren.

Der HFBK-Professor und Regisseur Pepe Danquart reist in Vor mir der Süden (60.000 Euro, bittersuess pictures, Berlin) über 4.000 km durch Italien, mit einem alten Fiat Millecento. Inspiriert von der italienischen Regielegende Pier Paolo Pasolini dokumentiert Danquart auf seinem Roadtrip die soziale Wirklichkeit Italiens, die Migration und die Folgen der Globalisierung.

Der Dokumentarfilm Immersive Dark Tourism (40.000 Euro, fuenferfilm, Hamburg) handelt von ehemaligen Elitesoldaten und illegalen Migranten, die ihre Grenzerfahrungen für Touristen reinszenieren. Filmemacher André Siegers und Philipp Diettrich folgten ihnen bei ihren Bemühungen, sich mithilfe dieser Geschäftsidee einen Zufluchtsort in einer Welt zu sichern, der sie aufgrund ihrer persönlichen Geschichte und Erfahrungen misstrauisch gegenüberstehen.

Insgesamt erhalten acht Projekte Produktionsförderung in Höhe von rund 360.000 Euro. Dabei gehen 135.000 Euro an drei Projekte unter weiblicher Regie, darunter das größte Projekt "When I'm Done Dying". In der Produktion wird zudem Nicolas Fattouhs Kurzfilm How My Grandmother Became a Chair mit 35.000 Euro gefördert. Produktion und Animation übernehmen die Hamburger Fabian & Fred. Die Komödie Blue Moon of Kentucky (30.000 Euro, Skalar Film, Hamburg) ist das neue Projekt von Josef Brandl und Skalar Film, die bereits mit ihrem Kurzfilm "Nicole's Cage" weltweit Festivalerfolge feiern konnten. Die Dokumentation Afganistanci – Fassaden der Krise von Anabela Angelovska wird mit 23.600 Euro unterstützt und der Experimentalfilm In the Limbo von Katja Pratschke mit 12.000 Euro.