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#YouToo Gebhard Henke? Update: Konkrete Vorwürfe

Update 7.5.2018: In diesem Zusammenhang sei die Lektüre der Reportage im aktuellen „Spiegel“ sehr empfohlen, die arg generalisieren „Die Redakteure“, insbesondere aber Gebhard Henke persönlich in ein bedenkliches Licht stellt. Ähnlich wie bei der Aufarbeitung der Vorwürfe rund um Regisseur Dieter Wedel in der „Zeit“ kommen sowohl namentlich als auch anonym zitierte Schauspielerinnen, Regisseurinnen und Autorinnen zu Wort. Es gilt juristisch die Unschuldsvermutung, die Summe der Vorwürfe allerdings ergibt ein Bild, dass es der Spielgel-Redaktion als schlüssig genug erscheint, sie ohne Anonymisierung des Beschuldigten zu veröffentlichen. Das ist presserechtlich ein Grenzfall, weil Gebhard Henke zwar in der Branche wohlbekannt ist, aber keine Person des öffentlichen Lebens. Gebhard Henke war intern beim WDR eingesertzt worden, um die Belege für die Vorwürfe gegen Dieter Wedel zu finden. Ergebnislos.
Die im Spiegel erhobenen Vorwürfe gegen Henke (unter anderen von Nina Petri und Charlotte Roche) umfassen keine Gewaltanwendung physischer Natur, aber mehrfach die „Andeutung“, Karrierechancen und erbrachte Zuneigung stpnden in einem Zusammenhang.

Nach Medienberichten soll bis zur Aufklärung der (inzwischen zahlreichen) Vorwürfe sexueller Belästigung durch Mitarbeiter des WDR auch die Verlängerung der Verträge von Intendant Tom Buhrow und Chefredakteur Jorg Schönenborn ausgesetzt sein.
Eine Gruppe von nicht belästigten Frauen (auf Initiative von PR-Frau Heike Melba Fendel) hatte sich zuvor demonstrativ hinter Gebhard Henke gestellt, musst in ihrem Statement freilich einräumen, dass sie nicht ausschließen könnten, das andere Frauen beläsrigt worden seien.
Damit ist die #MeToo-Debatte endgültig mitten in der Branchengegenwart angekommen: Einen „hochrangigen Mitarbeiter“ habe man freigestellt hieß es vom WDR anonym, ebenso wie bei dem zuvor stillgelegten Auslandskorrespondenten.

Dass so ein Name auf Dauer nicht ungenannt bleibt, das ist den Betroffenen klar. Gebhard Henke, WDR-„Urgestein“, Leiter des Programmbereichs Kini, Film Fernsehen sowie „Tatort-Koordinator“, ging selbst an die Öffentlichkeit (SZ-Bericht, Link) – mit der Ankündigung, sich gegen die Freistellung zu wehren. Er gibt laut Süddeutscher Zeitung an, „sich nie in dieser Weise verhalten zu haben“. Er fordert den WDR-Intendanten Jörg Schönenborn vielmehr auf, die Vorwürfe zu konkretisieren oder zurückzunehmen. Jörg Schönenborn war zuvor selbst kritisiert worden, Verdachtsfällen nicht konkret genug nachgegangen zu sein. TB

Information zu Verbindungen: Jörg Schönenborn ist dem Autor seit Schul-und Schülerzeitungszeiten bekannt.