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Untere Gagengruppen und Berufsanfänger bleiben am Theater trotz Tariferhöhung benachteiligt

Die Künstlergewerkschaften und der Deutsche Bühnenverein haben mitgeteilt, dass sie sich auf die sinngemäße Übertragung der Tarifabschlüsse des öffentlichen Dienstes für das Jahr 2018 für die künstlerischen Mitarbeiter*innen der Theater und Orchester geeinigt hätten. Das enemble-netzwerk begrüßt diese Einigung, übt aber deutliche Kritik: 

 

„Die  "Analogie zum öffentlichen Dienst" darf sich  nicht auf Tariferhöhungen beschränken. Sonst wird die Gehaltsschere zwischen den künstlerisch Beschäftigten und allen anderen Theater-Mitarbeiter*innen immer größer.

Aus diesem Grund fordern wir eine Anfangsgage von €3.000.- für alle künstlerisch Beschäftigten und zusätzlich ein Mindestgagen-Stufensystem für Berufserfahrung. €2.000.- brutto pro Monat sind viel zu wenig: Die meisten künstlerisch Beschäftigten haben ein Studium absolviert und tragen eine hohe Verantwortung im Betrieb. Sie haben eine 48- Stunden-Woche und keine geregelten freien Wochentage. Fast alle arbeiten dauerhaft in Zeitverträgen. Für diese Leistungen muss es einen angemessenen finanziellen Ausgleich geben - analog zum öffentlichen Dienst.

Ferner fordern wir die Gewerkschaften und den Bühnenverein auf, die Inhalte und Auswirkungen ihrer Abschlüsse öffentlich, ausführlich und transparent darzustellen. Die Kolleg*innen sollen wissen, woran sie sind. Und zwar ohne eine Doktorarbeit in Tarifrecht gemacht zu haben.

Für die kommenden Gehaltsrunden erwarten wir, dass die Künstlergewerkschaften ihre Ziele rechtzeitig öffentlich formulieren. Wir wollen wissen, was verhandelt werden soll und welche Themen auf der Agenda stehen.