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Gitta Jauch (Uhlig) ist am Samstag, den 15. September 2018 verstorben.

Nachrufe tauchen in ca:stmag sehr selten auf. Es verlassen uns jedes Jahr viel zu viele KollegInnen vor und hinter der Kamera, um sie alle angemessen zu würdigen. In den sozialen Medien erscheinen meist mehr oder wenige stillose R.I.P.- Zeilchen. Wie will man auch angemessen auf den Tod von jemandem reagieren, den man schätzt, aber kaum kennt?

 

Anders bei Gitta Jauch, ehemals Gitta Uhlig, wie das Casting Büro auch nach ihrer Hochzeit weiterhin hieß. Ungläubige Zweifel, ob das eine böse Fake-Meldung sei wechselten sich mit traurigen Bestätigungen aus dem vertrauteren Kollegenfeld ab. Gitta Jauch war „bis zuletzt“, bis zu ihrem frühen Tod mit nur 58 Jahren, aktiv im Beruf, weil sie die Schauspieler liebte. Fröhlich, so fröhlich, dass die meisten in der Branche nichts wussten, von der „dämonischen Krankheit“ wie die Kollegin Suse Marquardt In einem bemerkenswerten Text bezeichnete, über ihre Fröhlichkeit, ihr Vielreden, ihr Temperament und darüber dass sie „Schauspielern soviel mehr im Ausüben ihres Berufes half, als ich das je schaffen werde.“

 

In der Kolumne für die kommende Printausgabe beschreibt Ana Lala (Andrea Gerhard), kurz vor ihrem ungeahnten Tod geschrieben wie diese Casterin mit ihrem Blick ihre Karriere ermöglicht hat.

 

Ich kannte sie auch nicht. Nicht wirklich, Und doch habe ich ein Bild von ihr im Kopf. Seit sieben Jahren, wie ich nachsehen musste. Gitta Jauch ist für mich die Frau, die 2011 beim zweiten Speedca:sting, das damals noch improvisierte Namensschild für die Gesprächspartner mangels passendem Platz auf der Kleidung einfach pragmatisch mitten auf ihre Sonnenbrille klebte, die dann munter im Haar steckte. Und die mit dieser Erscheinung jedes Eis zu ihren nervösen Gesprächspartnerinnen gebrochen hätte, wenn das bei ihrer Offenheit jemals nötig gewesen wäre. So behalte ich sie gerne in Erinnerung.

 

Die Mitteilung des VDA:
Gitta Jauch ist am Samstag, den 15. September 2018 verstorben. Ihr Tod kam für uns völlig überraschend. Wir sind tief berührt und unsagbar traurig.

Nicht einmal 60 Jahre ist sie alt geworden. Mit Gitta Jauch verliert die deutsche Film- und Fernsehlandschaft eine ihrer produktivsten und profiliertesten Castingdirektorinnen. Mit ihrer Firma Gitta Uhlig Casting hat sie zahlreiche, wichtige Filme besetzt. Ihr Arbeitspensum war bis zu ihrem Tod gewaltig. Und ungebrochen waren auch ihre Fröhlichkeit, eine ansteckende Lebensfreude und ihre herzliche und warme Ausstrahlung. So durften wir sie bis zuletzt erleben, und so werden wir sie in Erinnerung behalten. Sie wird uns fehlen.
Was bleibt ist die Erinnerung und eine hohe Wertschätzung für sie.